Innovation Bronze

Das Aufkommen eines neuen Werkstoffes

Bronze bezeichnet eine Kupferlegierung – Kupfermetall, welchem gezielt andere Bestandteile wie Zinn, Blei oder Arsen beigefügt werden, um es härter und leichter giessbar zu machen. 

Das Aufkommen von Bronze

Die früheste Verarbeitung von Kupfer im Alpenvorland  geht in das 4. Jahrtausend v. Chr. zurück. Der neue Werkstoff ist jedoch noch sehr rar und es sind nur wenige Funde aus dieser Zeit bekannt. Verwendet wurde Kupfer für einfache Werkzeuge oder Schmuckgegenstände. Bronze tritt in unserer Gegend zum ersten Mal gegen Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. auf und wird in den folgenden Jahrhunderten zunehmend für die Produktion von Schmuck, Werkzeugen und Waffen verwendet. Der neue Werkstoff gab auch der Epoche seinen Namen: Bronzezeit (in der Schweiz von 2200 bis 850 v. Chr.). 

Alpenkupfer

Der Gewinn des Hauptrohstoffes Kupfer erfolgte bereits in der Urgeschichte durch bergmännischen Abbau des Erzes und dessen Verhüttung im Umfeld der Abbaustellen. Verschiedene Regionen im Alpenraum wurden ab der Bronzezeit für den Kupferbergbau erschlossen, darunter das Gebiet des Oberhalbsteins nördlich des Julierpasses. Das Rohkupfer  gelangte schliesslich in die nahegelegenen Wohnsiedlungen, wurde weiterverarbeitet und von dort, oft in Form von gegossenen Barren oder auch bereits von Gebrauchsobjekten, in zahlreiche Siedlungen bis weit ins Alpenvorland verhandelt. Während des Gebrauchs wurden Bronzegegenstände häufig überarbeitet, repariert und oft auch wieder eingeschmolzen, um daraus neue Objekte herzustellen. 

Die Mischung macht‘s

Für die Produktion von Kupfer sind im Alpenraum verschiedene Erze vorhanden. Kupfer aus Fahlerz enthält bereits natürlicherweise Elemente wie Arsen, Antimon und Silber. Im Vergleich zu reinem Kupfer ist dieses Metall härter und eignete sich besser für den Einsatz als Werkzeug oder Waffe. Um beim häufiger produzierten, reineren Kupfer aus Chalkopyrit/Kupferkies vergleichbare Eigenschaften zu erreichen, wurde es während dem Schmelzprozess mit der Zugabe von 5-10% Zinn zu Bronze legiert. Zinn kommt nur an wenigen Orten in Europa vor und musste über weite Strecken eingetauscht werden.

Gewusst wie

Kupfer und Bronze verflüssigen sich bei 1100°C und lassen sich so sehr gut in Formen aus Stein, Ton, Bronze oder auch Sand zu Objekten giessen (Details zu unserem experimentellen Bronzeguss unter Feuer und Metall). Durch Schmieden können feine blech- und drahtförmige Formen hergestellt oder gezielt Bereiche wie Schneiden von Messern gehärtet werden. Die Technik des Punzierens  wird schliesslich angewandt, um feinste Rillen- und punktförmige Verzierungen auf den Metalloberflächen anzubringen.